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Eingepfercht zwischen Strassen und Geleisen fristete die denkmalgeschützte Tramwartehalle am Zürcher Kreuzplatz lange ein tristes Dasein. Ursprünglich als Billetverkaufsstelle errichtet und in den 1970er-Jahren zum Zeitungskiosk umgebaut, wurde sie im Rahmen des Grund- und Mieterausbaus umfassend erneuert. Der zum Platz hin offene Bereich wurde sorgfältig saniert, mit einem neuen Deckenlüster akzentuiert und die historischen Schaukästen restauriert. Die räumliche Wirkung des geschichtsträchtigen Ortes – einst Standort der ersten Kreuzkirche – blieb dabei erhalten. Die Ladenfront hingegen wurde durch eine filigrane Falttoranlage aus grün gestrichenem Stahl ersetzt, deren tägliches Öffnen und Schliessen zu einem kleinen Ritual wird. Im geschlossenen Zustand wirkt der Bau ruhig und kubisch, während sich das Take-away-Café während der Öffnungszeiten mit einer grosszügigen Geste zum Platz öffnet. Das helle Grün und die feine Stahlkonstruktion verleihen dem Café eine beinahe papierartige Leichtigkeit. Als eigenständige Schicht vor dem historischen Baukörper setzt sich der neue Eingriff bewusst von dessen wuchtiger, klassizistisch geprägter Tektonik ab und entwickelt daraus ein spannungsvolles Wechselspiel zwischen Bestand und Intervention. Sanierung Wartehalle und Innenausbau Café, Zürich
Bauherrschaft: Campesino Gastro GmbH, VBZ
Zeitraum: 2025/2026
Leistungsphasen: Entwurf, Ausführung

Projektteam: Florian Ringli, Anna Hess, Leandra Guretzki

Fotos: Géraldine Recker